Komm, komm

Komm, komm, wo immer du gerade bist!
Wanderer, Andächtiger, Liebhaber des Abschieds.
Es spielt keine Rolle.
Unsere Karawane ist kein Ort der Verzweiflung.
Komm, komm, selbst wenn du deine Gelübde
schon tausendmal gebrochen hast.
Komm, komm trotzdem wieder, komm!

(Inschrift auf dem Grab von Mevlana Dschelaleddin Rumi)

Heitere Gelassenheit

Ein einzigartiger Spiegel ist dieses klare Bewusstsein,
voll von Wundern ist dieses reine Widerspiegeln.
Der Tau und der Mond,
Die Sterne und die Flüsse,
Der Schnee und die Föhren,
Und die Wolken, die über den Berggipfeln schweben –
Unendliche Wunder warten und weben
in dieser heiteren Gelassenheit.

(Hung Chi)

Du musst das Leben nicht verstehen

Du musst das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und lass dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen
von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken lässt.

Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin.

(Rainer Maria Rilke)